| Keine Vorauszahlungen geleistet - Strom und Wasser abstellen geht nicht |
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Ein Göttinger Mieter kam mit seinen Betriebskostenvorauszahlungen in Verzug, daraufhin drehte ihm der Vermieter kurzerhand Strom und Wasser ab. Kein Geld, kein Strom und Wasser war die Devise des Vermieters. Das
lies sich der Mieter nicht gefallen, er zog vor Gericht und verklagte
den Vermieter ihm wieder Strom und Wasser zur Verfügung zu stellen. Der
Vermieter erwiderte vor Gericht, dass der Mieter erst die
Vorauszahlungen leisten müsse, bevor er auf Vermieterleistung bestehen
könne. Das stimme zwar, so das Gericht, aber mit der Sperrung von Strom
und Wasser störe er unzulässig das Besitzrecht des Mieters. Zudem stelle
sein Verhalten eine verbotene Eigenmacht dar, die der Mieter nicht
hinnehmen müsse (LG Göttingen 5 T 282/02). Merke: Der Vermieter ist nicht berechtigt, die Versorgung seines Mieters mit Wasser und Heizung zu unterbrechen, selbst wenn dieser mit der Zahlung der laufenden Betriebskosten in Verzug ist. Dem Vermieter steht kein Zurückbehaltungsrecht zu. Auch ein Streit über die Betriebskostenabrechnung berechtigt den Vermieter nicht, die Wasserzufuhr zu kappen. Ein Mieter aus Greifswald weigerte sich die Betriebskostennachzahlung zu begleichen und drohte gleichzeitig mit einer Mietminderung. Das war zuviel für einen Vermieter. Er Schritt zur Tat und stellte die Wasserzufuhr ab. Der Mieter saß auf dem Trockenen und verklagte den Hauseigentümer im Eilverfahren, ihm wieder das Wasser zur Verfügung zu stellen. Per einstweiliger Verfügung verpflichtete das Gericht den Vermieter die gesperrte Leitung wieder zu öffnen. Zahlt ein Mieter seine Nachzahlung nicht, darf der Vermieter nicht zu so radikalen Maßnahmen greifen, er muss seinen Zahlungsanspruch einklagen. Unterbricht der Vermieter eigenmächtig die Energie- oder Wasserzufuhr zur Mietwohnung, stellt dies eine unzulässige Rechtsausübung dar, die schlimmstenfalls sogar strafrechtliche Folgen nach sich ziehen kann (AG Greifswald 43 C 53/03). Merke: Der Vermieter darf die Trinkwasserversorgung der Mietwohnung nicht unterbrechen, um seine Forderung aus einer Betriebskostenabrechnung durchzusetzen oder um eine Mietminderung abzuwenden. |
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